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Waldbiodiversität: aktueller Stand

Informieren Sie sich hier als Waldbesucherin, Waldbesucher zur Biodiversität im Wald und den Aktivitäten des Kantons Bern. 

Der Wald spielt für die Biodiversität eine wichtige Rolle als Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze. Damit er gesund und anpassungsfähig bleibt, fördern wir im Kanton Bern die Vielfalt in diesem einzigartigen Ökosystem mit unterschiedlichen Massnahmen.

Mit der Strategie Waldbiodiversität hat sich das Amt für Wald und Naturgefahren konkrete Zielwerte gesteckt, die es bis 2030 erreichen möchte. Diese betten sich ein in die Biodiversitätsstrategie des Kantons Bern und den damit verbundenen Sachplan Biodiversität.

Waldreservate

Waldreservate haben zum Ziel, die Biodiversität langfristig und auf einer möglichst grossen Fläche zu fördern. Die Mindestdauer liegt bei fünfzig Jahren, die Mindestfläche bei fünf Hektaren.

  • Ziel: 10 % der Waldfläche (18 000 ha) sind bis 2030 als Reservate gesichert.
  • Insgesamt konnten im Jahr 2021 zusätzlich rund 2350 Hektaren Waldfläche vertraglich für Waldreservate gesichert werden.

Habitatbäume

Habitat- oder Biotopbäume spielen eine Schlüsselrolle in der Waldbiodiversität. Habitatbäume sind meist dicke, grosse Bäume, die durch spezielle Mikrohabitate gewissen Tier- sowie Pflanzenarten einen Lebensraum bieten und verschiedene Lebensräume untereinander verbinden.

  • Ziel: bis 2030 sind 5000 Bäume vertraglich gesichert.
  • Aktueller Stand: Per Ende 2021 gab es 155 erfasste Habitatbäume im ganzen Kanton Bern. Berücksichtigt sind dabei auch monumentale Einzelbäume. Das Produkt gibt es erst seit Anfang 2022, entsprechend konnten noch nicht viele Verträge abgeschlossen werden.

Waldrandpflege

Mit einer Waldrandaufwertung wird der Übergangsbereich vom geschlossenen Bestand zum Offenland oder zu einer Wasserfläche strukturreich ausgestaltet. Indem der Waldrand seine ökologische Funktion als Lebensraum und Vernetzungselement erfüllt, wird ein breites Artenspektrum gefördert.

Ziel: bis 2030 sollen 50 km Waldrand pro Jahr gefördert werden. Bei der Hälfte dieser Eingriffe handelt es sich um Folgeeingriffe zur Strukturerhaltung.

Im Jahr 2021 wurden über den ganzen Kanton Bern 44 Kilometer Waldrand gepflegt; knapp die Hälfte davon im Mittelland.

Alt- und Totholzinseln

Als Alt- und Totholzinseln gelten Waldflächen, auf welchen starke Bäume bis zum Zerfall stehen gelassen werden. Sie sind in der Regel fünf Hektaren gross. Alt- und Totholzinseln sind im Holzproduktionswald ein wichtiges Vernetzungselement für alt- und totholzbewohnende Pflanzen und Tiere.

Ziel: Bis im Jahr 2030 sollen 400 ha Alt- und Totholz vertraglich gesichert werden.

Aktuell hat es Alt- und Totholzinseln mit einer Fläche von insgesamt 270 Hektaren; im letzten Jahr kamen knapp 15 Hektaren dazu.

Wytweiden

Die Wytweiden sind eine kulturelle Nutzungsform und ein prägendes Landschaftselement – vorwiegend im Berner Jura. Diese besonderen Bewirtschaftungsformen leisten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der biologischen und landschaftlichen Vielfalt.

Ziel: Bis im Jahr 2030 sollen 25 % der Wytweiden mit einem integralen Bewirtschaftungsvertrag gepflegt werden.

Rund 14 Prozent der Wytweidenflächen im Berner Jura werden mit einem Bewirtschaftungsvertrag gepflegt; 2021 konnte die Zahl nur um knapp ein Prozent erhöht werden.

Informationen für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer

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