Jahresbericht LANAT 2025

Michael Gysi, Amtsvorsteher, Amt für Landwirtschaft und Natur
Editorial
Das Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT) des Kantons Bern gibt mit diesem Jahresbericht Einblick in seine Themen und seine Arbeit. Erfahren Sie im Editorial von Amtsvorsteher Michael Gysi, was das LANAT 2025 besonders beschäftigte und welche Herausforderungen 2026 anstehen.
Im Fokus
Naturschutzgebiet Bleienbacher Torfsee und Sängeliweiher: Zwischen Naturschutz und Landwirtschaft
Das LANAT bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Nutzen und Schützen. Was das bedeutet, zeigt sich gut am Beispiel des Naturschutzgebiets Bleienbacher Torfsee und Sängeliweiher, das Natur- und Artenschutz mit landwirtschaftlicher Nutzung verbindet.
Wie der Name besagt, setzt sich das Naturschutzgebiet aus zwei unterschiedlichen Teilgebieten zusammen. Im östlichen Teil liegt der Bleienbacher Torfsee im nordwestlichen Teil liegt der Sängeliweiher.
Bleienbacher Torfsee: Eine naturnahe Bestockung mit standorttypischen Schwarzerlen säumt die Ufer dieses nährstoffreichen Gewässers. Ein grosser Teil der Wasserfläche ist von Seerosen bedeckt.
Sängeliweiher: Seine Ufer sind zu einem grossen Teil mit struktur- und artenreichen Hecken, sowie mit Röhricht gesäumt. Hier finden sich auch wertvolle Sumpfpflanzenbestände.
Das Naturschutzgebiet Bleienbacher Torfsee und Sängeliweiher ist ein kantonales Schutzgebiet mit einem Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Eingebettet in eine landwirtschaftlich intensiv genutzte Umgebung schützt das LANAT hier verschiedene Tier- und Pflanzenarten sowie wertvolle Lebensräume wie Feuchtgebiete, Weiher und Wiesen.
Im Gebiet lebt der Biber, dessen Dämme den Wasserspiegel ansteigen lassen und umliegende Flächen vernässen. Während diese Entwicklung den Amphibien zugutekommt und ihre Population fördert, erschwert sie die landwirtschaftliche Nutzung für die ansässigen Landwirtinnen und Landwirte.
Im Grossraum der Umgebung gibt es weitere Herausforderungen: Die kleinteilige Parzellierung der Grundstücke in den Gemeinden Bleienbach, Thörigen und Bettenhausen erschwert die landwirtschaftliche Produktionsleistung, und der Hochwasserschutz der Altache ist ungenügend. Die drei Gemeinden haben deshalb zwei eng miteinander verknüpfte Projekte lanciert:
- Die Gesamtmelioration in den drei Gemeinden: Bleienbach, Thörigen und Bettenhausen
- Die Revitalisierung und Umleitung der Altache für den Hochwasserschutz
Im Zuge der Gesamtmelioration sind Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen erforderlich. Ein möglicher Schwerpunkt dafür liegt im Gebiet rund um den Bleienbacher Torfsee, wo entsprechende ökologische Aufwertungen vorgesehen sind. Durch die gezielte Integration von Aufwertungsmassnahmen in das Meliorationsprojekt, abgestimmt auf die Vorgaben der Direktzahlungsverordnung und der Naturschutz- und Jagdgesetzgebung, soll eine Lösung gefunden werden, die allen Beteiligten dienlich ist: der Grundeigentümerin, den Bewirtschaftenden sowie auch kantonalen Vertreterinnen und Vertreter von Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz.
Der Abschluss der Gesamtmelioration kann noch ein paar Jahre dauern. Während der Planungs- und Verfahrenszeit der Gesamtmelioration bis zum Neulandantritt, hat das LANAT 2025 eine Absichtserklärung erarbeitet. Sie regelt Ziele, Abläufe, Entschädigungszahlungen sowie Rechte und Pflichten und zeigt die künftige Stossrichtung auf.
Lesen Sie hier, wie die Abteilungen des LANAT involviert sind:

Jagdinspektorat (JI) & Abteilung Naturförderung (ANF): Biberdämme
Unter der Leitung des JI wurde ein Prozessablauf für die Direktbetroffenen in diesem Gebiet erstellt. Dieser regelt, ab wann und mit wem Kontakt aufgenommen werden soll, um in den Biberdamm mit einer Drainage eingreifen zu können. Dies gilt ausschliesslich für die Übergangszeit bis zum Neulandantritt, danach gelten andere Regeln. Eingriffe sind nach wie vor nur in Absprache mit dem JI (Wildhüter) und der ANF möglich. Ertragsausfallentschädigungen sind in der Wildschadenverordnung geregelt und können beim JI beantragt werden.

Abteilung Direktzahlungen (ADZ): Nutzungsvereinbarungen
Die Abteilung Direktzahlungen unterstützt die Beteiligten mit individuellen Nutzungsvereinbarungen der betroffenen Biodiversitätsförderflächen und bewilligt spezielle Nutzungsvarianten bis zum Neulandantritt.

Abteilung Strukturverbesserungen & Produktion (ASP): Flächenaufwertung
Im Zug der Melioration sollen die Flächen landwirtschaftlich aufgewertet und grundbuchlich gesichert werden. Das gilt für extensiv zu nutzende Flächen ebenso wie für landwirtschaftliche Nutzflächen.

Abteilung Naturförderung (ANF): Flächennutzung & Wassermanagement
Die ANF ist in das Wassermanagement der Biberdämme involviert. Zusätzlich regelt sie die Nutzung und Sicherung der vernässten Fläche während der Übergangszeit. Die ANF bietet individuelle Nutzungsformen an und unterstützt einen Pilotversuch zur Beweidung vernässter Flächen.
Mehr Informationen
Zum Naturschutzgebiet Bleienbacher Torfsee und Sängeliweiher
Alles zur Gesamtmelioration Bleienfach-Thörigen-Bettenhausen
Facts and Figures
Landwirtschaft
Bern ist mit gut 8700 Betrieben und knapp 27 000 Beschäftigten der grösste Agrarkanton der Schweiz. Das LANAT stärkt die Wertschöpfung auf den Landwirtschaftsbetrieben. So fördert es Netzwerke entlang der Wertschöpfungsketten, unterstützt mit dem INFORAMA die gezielte Aus- und Weiterbildung und schafft günstige Rahmenbedingungen und Anreize für eine vielfältige, konkurrenzfähige und nachhaltige Landwirtschaft.
Aktuelle Themen und Projekte
Zahlen und Fakten INFORAMA 2025- Japankäfer. Als besondere Erkennungsmerkmale gelten die fünf kleinen weissen Haarbüschel auf beiden Seiten und zwei grössere am hinteren Körperende. (© Christian Schweizer, Agroscope)Projekt Japankäfer
Weitere Informationen
Natur
Natur ist ein wertvolles Gut – ihre Förderung eine wichtige kantonale Aufgabe. Das LANAT setzt sich für den Erhalt und die Aufwertung der Lebensräume für Natur und Mensch ein. Wie, erfahren Sie in den Jahresberichten folgender Abteilungen des LANAT.
Aktuelle Themen und Projekte
Zahlen und Fakten zur Fischerei 2025 (PDF)
Rehgeiss vor der AlpenketteZahlen und Fakten zur Jagd 2025
hochmoor-rosenlauital-richtung-grosse_scheidegg-testbild.jpgZahlen und Fakten der Naturförderung 2025
Zahlen und Fakten Renaturierungsfonds 2025 (PDF)
Über uns
Das Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT) versteht sich als Kompetenzzentrum, das sich mit rund 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der einmaligen Natur- und Kulturlandschaft einsetzt.
Das LANAT verantwortet die Umsetzung der meist bundesrechtlichen Aufgaben aus den Bereichen Landwirtschaft, Jagd, Fischerei sowie Natur- und Bodenschutz.
Das Amt unterstützt die lokale Landwirtschaft mit Beiträgen sowie mit Ausbildungs- und Beratungsleistungen.
Das LANAT setzt in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden den kantonalen Sachplan Biodiversität um. Dabei geht es um den Erhalt der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt (Biodiversität) und ihrer Lebensräume sowie um wertvolle Natur- und Kulturlandschaften im Kanton Bern.
Zudem sorgt das Amt für den Schutz unserer Böden und trägt die Verantwortung für eine nachhaltige Nutzung der Wild- und Fischbestände.
Hinter den Kulissen
Erfahren Sie mehr zu der vielfältigen Tätigkeit im LANAT in folgenden Mitarbeitendenporträts.
Ein letztes Mal unterwegs mit: Heinz Garo, frisch pensionierter Gebietsbetreuer Naturschutz, Region Seeland.
Unterwegs mit: Ruedi Wyss, Gebietsbetreuer Naturschutz, Region Oberland