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Aktuelles zum Pflanzenschutz

Aktuelles vom 6. Mai 2026

Aktuelle Informationen, Beobachtungen und Empfehlungen der Fachstelle Pflanzenschutz.

#zämesammle

  • #zämesammle ist eine Onlineplattform, die Flächenbewirtschafterinnen und -bewirtschafter mit freiwilligen Helferinnen und Helfern zusammenbringt, um gemeinsam betroffene Gebiete von invasiven Neophyten zu befreien.  
  • Invasive Neophyten sind Pflanzen, welche nicht einheimisch sind und sich sehr schnell auf Kosten der einheimischen Flora ausbreiten können.
  • Zu den invasiven Neophyten zählen z.B. das Einjährige Berufkraut, das Schmalblättriges Greiskraut, die Goldrute und der Riesen-Bärenklau.
  • Über #zämesammle kann unkompliziert eine Fläche mit invasiven Neophyten erfasst und ein Einsatz mit Freiwilligen organisiert werden.
  • Vorlagen zu Kommunikationsmaterialien zur Weiterverbreitung finden Sie auf der Webseite, bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Koordinationsstelle Neobiota (neobiota@be.ch)  

Schnecken in Frühlingssaaten

Tote Schnecken und Schleimspuren an einem Köderplatz.
Tote Schnecken und Schleimspuren an einem Köderplatz.
  • Das Anlegen von Schneckenfallen zur Kontrolle der Schneckenaktivität ist wichtig in allen Frühlingssaaten, vor allem beim aktuell regnerischen Wetter.
  • Zur Kontrolle legt man im Feld mehrere Köder aus (z.B. Schneckenkörner unter einem Brett oder unter einem befestigten Jutesack). Als Köder eignen sich nur Körner auf Basis von Metaldehyd, da sich die Schnecken nach dem Frass von Körnern auf der Basis von Eisen-III-Phosphat verkriechen und kaum sichtbare Spuren hinterlassen.
  • Erst, wenn nachweislich Schnecken vorhanden sind, dürfen flächig Schneckenkörner gestreut werden. Die Bekämpfungsschwelle ist erreicht, sobald Schleimspuren oder tote Schnecken bei den Köderplätzen festgestellt werden.
  • Manchmal reichen auch Randbehandlungen aus, je nachdem woher die Schnecken kommen.
  • Maximal 700 g des Wirkstoffs Metaldehyd pro Hektare und Jahr dürfen auf der gleichen Fläche ausgebracht werden. Dies entspricht zwei Behandlungen mit je 7 kg/ha bei einem Metaldehyd Gehalt von 50 g/kg. Bei Sluxx, Antarion und Ironmax Pro mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat gibt es keine Vorgaben zur maximalen Einsatzmenge. Dort ist pro Anwendung ebenfalls 7 kg/ha empfohlen

Kartoffeln

Kraut- und Knollenfäule

Auflaufende Kartoffeln und abgedeckte Frühkartoffeln sollten auf Krautfäule kontrolliert werden.
  • Die Infektionsbedingungen für Krautfäule sind aufgrund der aktuellen Witterung gegeben und das Risiko entsprechend hoch.
  • Abgedeckte Frühkartoffeln und auflaufende Kartoffeln sollten sorgfältig und regelmässig auf Krautfäule kontrolliert werden. Erstbefälle bitte umgehend an PhytoPRE (058 469 72 39 oder auf phytopre.ch) oder an die Fachstelle Pflanzenschutz (pflanzenschutz@be.ch) melden, sodass Kartoffelproduzentinnen und -produzenten im Umkreis frühzeitig informiert werden.
  • Für alle Kartoffelproduzentinnen und -produzenten steht wieder das PhytoPRE-Internet-Programm (phytopre.ch) zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule zur Verfügung. Für Bio-Produzenten BIO-PhytoPRE.
Infektionsrisiko für Kraut- und Knollenfäule (Quelle: PhytoPRE).

Kartoffelkäfer

Teilweise können bereits erste Eier des Kartoffelkäfers gefunden werden. Eine Behandlung ist erst bei Erreichen der Bekämpfungsschwelle, welche sich auf die Larven bezieht, erlaubt.
  • Vereinzelt fliegen nun die ersten Kartoffelkäfer in die Parzellen ein, teilweise können auch Eigelege gefunden werden.
  • Zum Zeitpunkt des Einflugs des adulten Käfers ist es noch viel zu früh zu behandeln. Erst wenn Larven vorhanden sind, sind Kontrollen nötig, um zu schauen, ob die Bekämpfungsschwelle erreicht ist.
  • Die Entwicklung und Frassaktivität der Larven wird ab 25 °C gefördert.
  • Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 30 % befallenen Pflanzen mit Larven und/oder 1 grösserer Herd pro Are (10 x 5 Pflanzen kontrollieren)

Weizen

Blattkrankheiten

Die Bekämpfungsschwelle für Blattflecken wurde im Beobachtungsnetz an vielen Standorten erreicht.
  • Etwas mehr als die Hälfte der Weizenbestände befinden sich aktuell im DC 37 (Fahnenblattspitze sichtbar, noch eingerollt), ein Drittel ist weniger weit entwickelt und 2 Parzellen sind schon weiter. Die Infektionsbedingungen für Blattkrankheiten wie Septoria sind aktuell, wegen dem Niederschlag, gegeben.
  • Typische Symptome von Septoria sind ovale, gelbgrüne chlorotische Flecken. Mit der Zeit erkennt man innerhalb der Blattflecken schwarze Punkte (Fruchtkörper des Pilzes).
  • Ab Stadium 37 wird der Blattfleckenbefall (Septoria und DTR) relevant und Kontrollen sind angezeigt. Ausschlaggebend ist dabei das 4. oberste Blatt. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 20 % der Blätter mit Befall, dazu werden 25 x 2 Blätter ausgezählt.
  • Im Beobachtungsnetz wurde die Bekämpfungsschwelle für Blattflecken bei Beständen im DC37 oder weiter vielerorts erreicht (siehe Grafik). Rost oder Mehltau wurde nicht gefunden. 

Getreidehähnchen

Aktuell können Getreidehähnchen in allen Stadien von Eiern über Larven und Adulten gefunden werden. Die Bekämpfungsschwelle bezieht sich auf die Larven.
  • Die Getreidehähnchen überwintern als Käfer im Boden an Waldrändern oder in Hecken. Im Frühling verlassen sie die Winterquartiere und legen nach ihrem Reifungsfrass ihre Eier auf dem Weizen (oder andere Getreidearten) ab.
  • Im Beobachtungsnetz wurden ausgewachsene Käfer, Larven und Eier des Getreidehähnchens gefunden. Die Larven verursachen dann durch ihren Fensterfrass Schaden an den Blättern.
  • Gelegte Eier werden oft durch Regen abgewaschen, Larven hingegen nicht.
  • Es braucht relativ viele Larven, damit sich eine Bekämpfung überhaupt lohnt. Bekämpfungsschwelle Getreidehähnchen:
    • Ab voll entwickeltem Fahnenblatt (DC 39-50): 2 Larven pro Halm
    • Ab Erscheinen der Ähre (DC 51): 2 Larven pro Fahnenblatt

Wachstumsregulatoren 

  • Wachstumsregulatoren können je nach Stadium wie folgt eingesetzt werden:
    • Im Fahnenblatt (DC 37) sind es Ethephon-haltige Mittel, welche bis Stadium 49 eingesetzt werden dürfen.
    • Diese Halmverkürzer dürfen nicht mit Herbiziden gemischt werden. Zudem muss das Wetter wüchsig sein, damit sie wirken.

Gerste

Praktisch alle Gerstenbestände haben die Ähren geschoben oder sind diese am Schieben.
  • Die meisten Gerstenparzellen haben die Ähren geschoben oder sind diese am Schieben, frühe Bestände sind bereits am Blühen.
  • Sollte nach dem Stadium 51 (Beginn Ährenschieben) eine Fungizidbehandlung nötig sein, kann diese nur mit Pandorra gemacht werde. Im Allgemeinen sind aber die Gerstenbestände sehr gesund.

Zuckerrüben

Durch die Niederschläge werden die Zuckerrüben dem Erdfloh-Druck entwachsen. Nun sollten sie auf Blattläuse kontrolliert werden.
  • Die Hälfte der Zuckerrüben im Beobachtungsnetz ist im 4-Blatt Stadium und etwa ein Drittel ist bereits über das 4-Blatt Stadium hinaus.

Rübenerdflöhe

Der Befall der Erdflöhe bis zu dieser Woche deutlich zugenommen. Die Grafik zeigt alle Standorte, die noch im 2- bis 4-Blatt Stadium sind, wobei die Bekämpfungsschwelle (schwarze Linie) bei 80% liegt. Der Regen bringt Entspannung.
  • Der Befalls-Druck des Rübenerdfloh war bis Anfang diese Woche hoch. Die Bekämpfungsschwelle wurde diese Woche im Beobachtungsnetz an 10 von 15 Standorten erreicht (siehe Grafik).
  • Mit den Niederschlägen diese Woche, wird ein Wachstumsschub auf den Feldern erwartet, was den Zuckerrüben erlauben sollte, aus dem Erdfloh-anfälligen Stadium rauszuwachsen.
  • Falls dennoch eine Insektizidbehandlung nötig ist, ist diese zwingend 48 Stunden vor der Herbizidbehandlung zu machen, um Phytotox an den jungen Rüben vorzubeugen (besonders bei klassischen Sorten).
  • Eine Behandlung der Erdflöhe ist nur mit Pyrethroiden und nach Erreichen der Bekämpfungsschwelle möglich. Dafür ist vorher eine Sonderbewilligung einzuholen.
  • Die Bekämpfungsschwelle liegt im 2- bis 4-Blattstadium bei 80 % der Pflanzen mit Schabstellen.

Blattläuse

Erste Schwarze Blattläuse wurden gefunden, jedoch ist der Befall tief.
  • Diese Woche wurden erste schwarze Blattläuse an den Zuckerrüben gefunden, jedoch auf tiefem Niveau mit durchschnittlich 8 % befallenen Pflanzen.
  • Schwarze Blattläuse sind grau bis fast schwarz und treten häufig in dichten Kolonien auf. Blattläuse können ungeflügelt und geflügelt vorkommen.
  • Gefährdet sind Jungpflanzen bis zum 10-Blattstadium bei starkem Befall.
  • Grundsätzlich hilft das Fördern von Nützlingen, z.B. mit Blühstreifen gegen Blattlaus-Befall.
  • Bekämpfungsschwellen Schwarze Blattlaus:
    • 4-Blattstadium: 50 % befallene Pflanzen
    • 6- bis 10-Blattstadium: 80 % befallene Pflanzen
  • Für die Bekämpfung der Schwarzen Blattläuse können nach Erreichen der Bekämpfungsschwelle die Mittel Pirimor oder Pirimicarb genutzt werden. Diese Mittel sind nicht sonderbewilligungspflichtig. 
  • Die Grüne Pfirsichblattlaus ist deutlich gefährlicher für die Zuckerrüben aufgrund der Übertragung der virösen Vergilbung. Die Ungeflügelten sind hellgrün bis blassrosa. Die Geflügelten sind dunkel. Beide Varianten können nur mittels Mikroskop eindeutig bestimmt werden. Ihre Überwachung erfolgt deshalb durch die kantonalen Pflanzenschutzdienste und die Fachstelle für Zuckerrübenbau. Erst wenn 2-3 der Grünen Pfirsichblattläuse pro 50 Pflanzen gefunden werden, wird eine Bekämpfung empfohlen. Bis jetzt gab es keine entsprechende Meldung.  

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