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Aktuelles zum Pflanzenschutz

Aktuelles vom 25. März 2026

Aktuelle Informationen, Beobachtungen und Empfehlungen der Fachstelle Pflanzenschutz.

Anmeldung zur Prüfung Fachbewilligung am 28. Mai 2026

  • Falls Sie keinen anerkannten Abschluss für die Fachbewilligung Pflanzenschutz haben und nach dem 31. Dezember 2026 Pflanzenschutzmittel kaufen und ausbringen möchten, müssen Sie gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung eine Prüfung absolvieren. Eine Liste mit den anerkannten Abschlüssen finden Sie hier: 2026: Wie tausche ich meine FaBe um?
  • Am 28. Mai 2026 findet eine Prüfung zur Erlangung der Fachbewilligung Landwirtschaft (= FaBe-L, «grosse FaBe») auf der Rütti in Zollikofen statt.
  • Anmeldungen sind ab jetzt möglich: Kurse | INFORAMA.
  • Das Lehrmittel und eine Musterprüfung kann von der BAFU-Webseite heruntergeladen werden: Referenzdokumente.
  • Die Prüfung wird ohne einen Vorbereitungskurs angeboten.

Rapsglanzkäfer

Der Glanzkäfer macht ein Loch in die Knospen, um an die Pollen der Rapsblüte zu kommen, wovon der Käfer sich ernährt. Dies führt dazu, dass sich die Blüte nicht weiterentwickeln kann, vertrocknet und abfällt.
  • In frühen Lagen beginnt der Raps bereits zu Blühen, aber der grösste Teil befindet sich im Stadium 52-53. 
  • Glanzkäferzahlen in den Fallen waren diese Woche an den meisten Standorten tiefer als in den Vorwochen. Es war also zu kalt für weitere Einflüge des Glanzkäfers und es zeigt, dass die Aktivität bei Bisenlage und kühlen Temperaturen gering ist.
  • Diese Woche wurden in den Gelbfallen zwischen 2 und 150 Glanzkäfer gefunden (siehe Grafik).
  • Die Anzahl Käfer pro Pflanze liegt im Beobachtungsnetz zwischen 0.8 und 5.2, zwei Standorte haben bereits eine erste Behandlung gemacht (siehe Grafik).
  • Die Behandlung des Glanzkäfers kann, sobald die Knospen die obersten Blätter überragen (BBCH 53) und bei Erreichen der Bekämpfungsschwelle in Betracht gezogen werden.
  • Bekämpfung
    • Um die Bekämpfungsschwelle zu kontrollieren, werden an 10 Stellen im Feld bei jeweils 5 Pflanzen die Knospen in einen Eimer ausgeschüttelt, die Anzahl Käfer gezählt und die Anzahl Käfer pro Pflanze errechnet.
    • Es gelten folgende Bekämpfungsschwellen:
      • DC 53-55: 6 Käfer/Pflanze (4 Käfer/Pflanze bei schwachen Beständen)
      • DC 57-59: 10 Käfer/Pflanze (7 Käfer/Pflanze bei schwachen Beständen)
    • Die erste Behandlung hat entweder mit Acetamiprid oder mit Spinosad zu erfolgen:
      • Acetamiprid wirkt sofort, wird aber schnell wieder abgebaut. Pro Parzelle und Jahr darf maximal 1 Behandlung stattfinden.
      • Spinosad wirkt ebenfalls schnell und wird von hoher Sonneneinstrahlung schnell abgebaut. Pro Kultur und Jahr darf maximal 1 Behandlung stattfinden.
      • Bei beiden empfiehlt sich die Zugabe eines Netz- und Haftmittels für eine bessere und längere Wirkung.
    • Wenn die Bekämpfungsschwelle nach der ersten Behandlung noch einmal erreicht wird, kann entweder der zweite sonderbewilligungsfreie Wirkstoff genutzt oder das Produkt Blocker (sonderbewilligungspflichtig) mit dem Wirkstoff Etofenprox eingesetzt werden.
      • Blocker hat eine langfristige Wirkung und wirkt ebenfalls bei tiefen Temperaturen.
      • Der Einsatz von Blocker ist sonderbewilligungspflichtig, da es ein Pyrethroid ist!
    • Bestände, in denen die ersten Blüten offen sind, dürfen und müssen nicht mehr behandelt werden. 
Verlauf über die letzten drei Woche des Einfluges der Glanzkäfer in die Gelbschalen.
Es wurden 5x10 Pflanzen pro Standort kontrolliert und die Anzahl Glanzkäfer pro Pflanze ausgerechnet. Mit * gekennzeichnete Parzellen wurden zum ersten Mal behandelt.

Gerste

  • Die Gerste hat an den meisten Standorten den Beginn des Schossens erreicht (BBCH 30).
  • 9 Beobachtungsnetzstandorte, welche sich im BBCH 30 befinden, wurden diese Woche erstmals auf Blattkrankheiten bonitiert.
  • Bislang wurden ausschliesslich Netzflecken gefunden und dies hauptsächlich auf dem dritten Blatt.
  • Ab dem Schossen sollten die Bestände auf Pilzkrankheiten kontrolliert werden.
  • Die wichtigsten Pilzkrankheiten während dem Schossen sind die Netzflecken, Rynchosporium und der echte Mehltau. Der Zwergrost kommt etwas seltener vor und die Sprenkelnekrose taucht erst zur Zeit der Gerstenblüte auf.   

Zuckerrüben

Auch wenn es unter den Fingern juckt, sollte mit der Zuckerrübensaat bis Ende März / Anfang April zugewartet werden.
  • Die nächsten Tage werden kalt und nass, was keine idealen Bedingungen für die Saat sind. Daher sollte noch weiter zugewartet werden.
    Vor der Saat darf die Bodenbearbeitung nicht tief und intensiv sein, maximal soll die Bearbeitungstiefe das Doppelte der Saattiefe betragen. Es soll ein möglichst ebenes Saatbett mit minimaler Bodenbearbeitung angestrebt werden. 
  • Auf bereits gesäten Parzellen ist beim Auflaufen eine Schneckenköderfalle anzulegen. Erst, wenn nachweislich Schnecken vorhanden sind, dürfen flächig Schneckenkörner gestreut werden. Manchmal reichen auch Randbehandlungen aus, je nachdem woher die Schnecken kommen.
  • Die kleinen Samen brauchen zur gleichmässigen Keimung und zügiger Jugendentwicklung ein abgetrocknetes, gut rückverfestigtes und feines Saatbett mit natürlicher Krümelstruktur und Bodentemperaturen von idealerweise mindestens 8 °C. Denn je wärmer der Boden ist, umso schneller ist die Keimung.
  • Die Saatgutbeizungen Buteo Start gegen Drahtwürmer, Moosknopfkäfer, Rübenfliege, Rübenerdflöhe sowie Force gegen bodenbürtige Schadorganismen wirken nur kurz (etwa 4 bzw. 2 Wochen), weshalb ein schnelle Jugendentwicklung zu bevorzugen ist.
  • Erfolgt die Saat Ende März - Mitte April, helfen die wärmeren Temperaturen zudem der Kultur, ihre heikle Phase während der Jugendentwicklung besser zu überstehen. Es empfiehlt sich somit mit der Saat, bis Ende März oder Anfang April abzuwarten.

 

Eiweisserbsen

Während die Sommereiweisserbsen erst gerade gesät wurden, sollten die Wintereiweisserbsen auf Blattrandkäfer kontrolliert werden.
  • Die Wintereiweisserbsen starten bald mit dem Längenwachstum und sollten auf Schäden des Blattrandkäfers kontrolliert werden.
  • Auf einer Parzelle im Beobachtungsnetz hatten 25% der Pflanzen Lochfrass vom Blattrandkäfer.
  • Die Sommereiweisserbsen wurden in der Zwischenzeit ebenfalls gesät. Bei ihnen sollte ab dem Stadium 11-13 auf Blattrandkäfer kontrolliert werden.
  • Der Blattrandkäfer macht einen halbkreisförmigen Lochfrass am Blattrand. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 5 bis 10 solcher Frassstellen pro Blättchen auf den zwei ersten Blattetagen.
  • Das Hauptproblem ist nicht der Frass des Blattrandkäfers, sondern seine Larven. Diese schädigen die Knöllchenbakterien und minimieren somit die N-Fixierung der Eiweisserbsen.
  • Dieser Verlust kann mit einer geringen Stickstoffgabe vermindert werden, weshalb der Einsatz eines Insektizids kaum notwendig ist.
  • Ist der Befall stark, kann eine Behandlung in Betracht gezogen werden. Diese ist sonderbewilligungspflichtig. Eine Sonderbewilligung dafür kann im GELAN beantragt werden.

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