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Aktuelles zum Pflanzenschutz

Empfehlungen vom 2. November 2022

Hier finden Sie die aktuellen Empfehlungen und Beobachtungen der Fachstelle Pflanzenschutz von dieser Woche. 

Rapserdfloh

Die Eintrittsstellen der Rapserdflohlarven im unteren Bereich der Stängel sind im Feld gut zu erkennen
Die Eintrittsstellen der Rapserdflohlarven im unteren Bereich der Stängel sind im Feld gut zu erkennen
  • Die Behandlungen für den Raps sind diesen Herbst abgeschlossen.
  • Der Raps hat im Herbst verschiedene Schaderreger. Einer dieser Schaderreger ist der Erdfloh, welcher von der Fachstelle Pflanzenschutz intensiv beobachtet wird.
  • Der Erdfloh verursacht verschiedene Schäden. Die Adulten verursachen Schabstellen an der Blattoberfläche. Die Larven, welche in der zweiten Oktoberhälfte aktiv sind und in die Blattstiele eindringen, verursachen über den Winter den Hauptschaden am Vegetationspunkt der Pflanze.
  • Im ÖLN ist eine Bekämpfung gegen einen Schadorganismus immer erst dann gestattet, wenn die Bekämpfungsschwelle erreicht ist. Für die Erdflohbekämpfung gibt es verschiedene Bekämpfungsschwellen.
  • Bekämpfungsschwellen Raps Erdfloh:
    • Im Keimblatt
      • 50 % der Pflanzen mit mehreren Frassstellen (>25 % der Blattfläche)
    • Im 5- bis 8-Blattstadium (Mitte bis Ende Oktober)
      • 80 % der Pflanzen mit mehreren Frassstellen und mehr als 100 Fänge pro Gelbschale in 3 Wochen
      • auf 7 von 10 Pflanzen mindestens eine Larve
      • Berlese-Methode: 2–5 Larven/Pflanze, abhängig von der Vitalität der Rapspflanzen
  • Im Schnitt wurden diese Woche nur noch 4-5 Käfer in den Gelbfallen gefunden. Die höchsten Fangzahlen gab es in Kirchlindach mit 18 und in Meikirch mit 28 Käfern. An vielen Orten wurden keine mehr gefangen.
  • Die Gelbschalen wurden diese Woche an allen Standorten abgeräumt.

Rapserdfloh: Berlese-Versuch

Die Berlese-Bekämpfungsschwelle wurde im Beobachtungsnetz in Wangen a. A. und in Utzenstorf (ÖLN) deutlich überschritten. In Wichtrach, Kirchlindach, Heimenhausen (Bio) und Zollikofen wurde sie ebenfalls erreicht.
Die Berlese-Bekämpfungsschwelle wurde im Beobachtungsnetz in Wangen a. A. und in Utzenstorf (ÖLN) deutlich überschritten. In Wichtrach, Kirchlindach, Heimenhausen (Bio) und Zollikofen wurde sie ebenfalls erreicht.
  • Bei unserem Berlese-Versuch handelt es sich um je 25 Rapspflanzen, welche am 17. Oktober auf den Rapsparzellen des Beobachtungsnetzes gesammelt wurden. Die 25 Rapspflanzen je Standort wurden am gleichen Tag nach dem Berlese-Verfahren über einem Behälter mit einem Wasser-Seife-Gemisch auf ein Gitter gelegt und bis am 31. Oktober bei Zimmertemperatur getrocknet. Mit diesem langsamen Trocknungsvorgang will man gewährleisten, dass die Larven aus den Stängeln getrieben werden und keine Larven in der Pflanze vertrocknen.
  • Die Grafik zeigt die aktuellen Ergebnisse des Berlese-Verfahren (nach 14 Tagen) und die kumulierten Fallenfänge über den Herbst.
  • Die Auszählung der Larven diese Woche ergaben einen deutlichen Anstieg der Anzahl Larven verglichen mit den Ergebnissen der Auszählung der letzten Woche.
  • Die Bekämpfungsschwelle der Berlese-Methode mit 2-5 Larven pro Pflanze, welche im 2022 neu eruiert wurde, ist nun im Beobachtungsnetz in Wangen a. A. und Utzenstorf (ÖLN) deutlich überschritten. Je nach Vitalität der Pflanzen wurde in Wichtrach, Kirchlindach, Heimenhausen (Bio) und Zollikofen die Bekämpfungsschwelle ebenfalls erreicht.

Rapserdfloh: Bekämpfungsschwellenvergleich im Beobachtungsnetz

Dieser Rapsbestand gedieh trotz Schäden an der Blattoberfläche durch den Rapserdfloh im 2- bis 4-Blattstadium (lBild links: 19.9.22) innerhalb der letzten 5 Wochen sehr gut (Bild rechts: 31.10.22)
Dieser Rapsbestand gedieh trotz Schäden an der Blattoberfläche durch den Rapserdfloh im 2- bis 4-Blattstadium (lBild links: 19.9.22) innerhalb der letzten 5 Wochen sehr gut (Bild rechts: 31.10.22)

Im Keimblatt mit 50 % der Pflanzen mit mehreren Frassstellen (> 25 % der Blattfläche)

  • Diese Bekämpfungsschwelle wurde nur auf zwei Parzellen im Beobachtungsnetz knapp erreicht.
  • Dies waren die Parzellen in Utzenstorf (ÖLN) und in Wangen a. A., welche stark verfressen waren (siehe Bild links).
  • Trotz den Schäden an der Blattoberfläche, haben sich beide Bewirtschafter entschieden mit der Behandlung bis Ende Oktober für die Larvenbehandlung zuzuwarten.
  • Auf beiden Rapsparzellen konnte der Raps davonwachsen und sich gut entwickeln. Die Schäden sind nun kaum mehr sichtbar (siehe Bild rechts).

Im 5- bis 8-Blattstadium mit 80 % der Pflanzen mit mehreren Frassstellen und mehr als 100 Fänge pro Gelbschale in 3 Wochen

  • Mehr als 80 % der Pflanzen mit mehreren Frassstellen wiesen viele Parzellen auf. Jedoch gab es nur drei Parzellen an denen 100 Käfer innerhalb von drei Wochen gefangen wurden.
  • Diese Bekämpfungsschwelle wurde in Utzenstorf (ÖLN), in Heimenhausen (Bio) und in Wangen a. A. erreicht.

Im 5- bis 8-Blattstadium auf 7 von 10 Pflanzen mindestens eine Larve (oder eine Eintrittsstelle)

  • Wie bereits letzte Woche geschrieben, sind die meisten Larven geschlüpft und bohrten sich in den vergangenen Wochen und Tagen in die Rapsstiele.
  • Aus diesem Grund wurden in dieser Woche an jedem Standort 10 Pflanzen auf Erdflohlarven-Eintrittsstellen kontrolliert.
  • Es wurde festgestellt, dass bei 10 von 15 Standorte die Bekämpfungsschwelle von 7 von 10 Pflanzen mit Eintrittsstellen erreicht wurde.
  • Auf den Parzellen in Gerzensee, Belp, Münchenbuchsee, Utzenstorf (Bio) und in Langenthal wurde die Bekämpfungsschwelle nicht erreicht.

Rapserdfloh: Jahresvergleich

Das Jahr 2022 (orange) zeigt leicht erhöhte Fallenfänge im Vergleich zum Jahr 2021 (gelb). Der Einbruch in Kalenderwoche 40 ist dem schlechten Wetter geschuldet.
Das Jahr 2022 (orange) zeigt leicht erhöhte Fallenfänge im Vergleich zum Jahr 2021 (gelb). Der Einbruch in Kalenderwoche 40 ist dem schlechten Wetter geschuldet.
  • Dieses Jahr wurde eher früh gesät. Deshalb hatte der Raps an vielen Standorten das Keimblattstadium bereits überschritten, als die meisten Erdflöhe (Käfer) aktiv waren.
  • Entsprechend stieg dieses Jahr die Anzahl der Erdflöhe verglichen mit dem Jahr 2021 ein bis zwei Wochen früher an.
  • In der Kalenderwoche (KW) 40 fiel relativ viel Niederschlag, sodass die Erdflöhe kaum aktiv waren und auch die Gelbfallen teilweise überliefen.
  • Im Vergleich zum Vorjahr 2021 waren die Fallenfänge bis auf die KW 40 im Durchschnitt etwas höher.
  • Von 2018 bis 2021 nahm die durchschnittliche Anzahl der Erdflöhe pro Gelbfalle jährlich ab. 2022 zeigt seit langem wieder einmal einen, wenn auch geringen Anstieg der durchschnittlichen Anzahl Erdflöhe.

Herbizid-Behandlung bei Winterkulturen (bspw. Getreide) im Kanton Bern bis am 15. November 2022 ohne Sonderbewilligung möglich

Herbizid-Behandlungen in Winterkulturen (bspw. Getreide) sind bis am 15. November 2022 ohne Sonderbewilligung möglich.
Herbizid-Behandlungen in Winterkulturen (bspw. Getreide) sind bis am 15. November 2022 ohne Sonderbewilligung möglich.
  • Herbizid-Behandlungen in Winterkulturen (bspw. Getreide) sind bis am 15. November 2022 ohne Sonderbewilligung möglich.
  • Wegen der warmen Witterung und dem damit verbundenen Pflanzenwachstum und mehreren Anfragen für Sonderbewilligungen hat die Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons Bern entschieden, eine Herbizid-Behandlung im Nachauflauf für die Winterkulturen bis am 15. November 2022 freizugeben.
  • Weiter gilt ab 2023 das Winterbehandlungsverbot erst ab dem 15. November.

Bedingungen für die Behandlung:

  • Die Witterungsbedingungen und der Unkrautdruck müssen erfüllt sein, dass eine Behandlung gerechtfertigt ist.
  • Ist mit einem hohen Abschwemmungsrisiko zu rechnen (bspw. stärkere Niederschläge kurz nach der Applikation), so darf das Herbizid nicht appliziert werden.
  • Es müssen wüchsige Bedingungen herrschen.
  • Die Produkt-Auflagen wie z.B. die Gewässerabstände und Dosierungen sind zwingend einzuhalten.
  • Die Freigabe gilt nur für den Kanton Bern.

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