Aktuelles vom 9. April 2026
Aktuelle Informationen, Beobachtungen und Empfehlungen der Fachstelle Pflanzenschutz.
Zuckerrüben

Ein Teil der Zuckerrüben wurde inzwischen gesät.
- An einigen Standorten wurden die Zuckerrüben über Ostern oder anfangs Woche gesät.
- Die Saatgutbeizungen Buteo Start gegen Drahtwürmer, Moosknopfkäfer, Rübenfliege, Rübenerdflöhe sowie Force gegen bodenbürtige Schadorganismen wirken nur kurz (etwa 4 bzw. 2 Wochen), weshalb ein schnelle Jugendentwicklung zu bevorzugen ist.
- Bei den bereits gesäten Zuckerrüben sollte eine Schneckenfalle aufgestellt und eine Gelbfalle leicht im Boden vergraben werden für die Überwachung des Einflugs der Rübenerdflöhe.
- Auch die Unkräuter laufen langsam auf und der erste Split sollte sobald das Unkraut im Keimblattstadium ist erfolgen (ausser bei Conviso-Zuckerrüben).
Schnecken

Tote Schnecken und Schleimspuren an einem Köderplatz.
- Auf bereits gesäten Parzellen ist das Anlegen von Schneckenfallen zur Kontrolle der Schneckenaktivität bereits nach der Saat angesagt, insbesondere hinsichtlich des angesagten Regens auf das Wochende hin.
- Dazu legt man im Feld mehrere Köder aus (z.B. Schneckenkörner unter einem Brett oder unter einem befestigten Jutesack). Als Köder eignen sich nur Körner auf Basis von Metaldehyd, da sich die Schnecken nach dem Frass von Körnern auf der Basis von Eisen-III-Phosphat verkriechen und kaum sichtbare Spuren hinterlassen.
- Erst, wenn nachweislich Schnecken vorhanden sind, dürfen flächig Schneckenkörner gestreut werden. Die Bekämpfungsschwelle ist erreicht, sobald Schleimspuren oder tote Schnecken bei den Köderplätzen festgestellt werden.
- Manchmal reichen auch Randbehandlungen aus, je nachdem woher die Schnecken kommen.
Rübenerdflöhe
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Der Einflug des Rübenerdflohs kann ab dem Auflaufen der Rüben mit einer Gelbschale überwacht werden.
- Zwischen dem Keimblattstadium und dem 4-Blattstadium ist eine Kontrolle auf die Schabstellen der Rübenerdflöhe angezeigt. Die Saatgutbeizung Buteo Start wirkt gemäss der Zuckerrübenfachstelle ab dem Auflaufen während 2-3 Wochen.
- Zur Überwachung des Rübenerdfloh-Einflugs können Gelbschalen ab der Saat leicht im Boden vergraben werden, sodass noch 1-2 cm Rand über der Bodenoberfläche sichtbar sind und mit einer Stange markiert werden.
- Die Rübenerdflöhe fliegen von ihren Überwinterungsstandorten (Gehölzen in der Nähe von ehemaligen Zuckerrübenparzellen) in die diesjährigen Parzellen ein.
- Die Bekämpfungsschwelle liegt bei:
- 50 % der Pflanzen mit Schabstellen im Keimblatt
- 80 % der Pflanzen mit Schabstellen im 2- bis 4-Blattstadium
- Eine Bekämpfung der Rübenerdflöhe ist nur mit Pyrethroiden möglich, weswegen es eine Sonderbewilligung braucht.
Kartoffeln

Die Kartoffeln wurden mancherorts gesetzt.
- Das Setzen der Kartoffeln ist in vollem Gang.
- Attracap mit einer Teilwirkung auf Drahtwürmer hat auch dieses Jahr eine Notfallzulassung erhalten und kann ohne Sonderbewilligung eingesetzt werden. Es sind keine anderen Mittel gegen den Drahtwurm zugelassen.
Mais
Trichogramma gegen den Maiszünsler können je nach Anbieter noch bis Mitte / Ende Monat bestellt werden.
Trichogramma-Schlupfwespen gegen die Maiszünsler
- Trichogramma Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler des Maiszünslers und daher eine gut bewährte und natürliche Bekämpfungsmöglichkeit. Es ist auch die einzige direkte Bekämpfungsmöglichkeit.
- Die Trichogramma Schlupfwespen können je nach Anbieter bis am 20. oder 30. April bestellt werden.
- Je mehr Maisflächen mit Trichogramma behandelt werden, umso besser kann die Maiszünslerpopulation tief gehalten werden.
- Die Maiszünslerraupen verpuppen sich zur Zeit gerade zu einer dunkelbraunen Puppe in den Böden von letztjährigen Maisflächen, wo die Stoppeln nicht sauber gemulcht oder zerkleinert und untergepflügt wurden. Daraus entwickeln sich im Juni die Falter, welche in die diesjährigen Maisparzellen einfliegen. Nach der Paarung legen sie ihre Eier an den Blattunterseiten ab, woraus im August die schädlichen Larven schlüpfen.
- Die Maiszünsler können bei starkem Auftreten gravierende Ertragseinbussen verursachen. Dabei fressen sich die Larven durch die Stängel und die Kolben. Daraufhin knickt der Stängel oft ab, was die Nährstoffeinlagerung in die Kolben erschwert. Gleichzeitig sind die Frassstellen Eintrittspforten für Krankheiten, wie z.B. Fusarium Arten.
Sommereiweisserbsen

Bei den aufgelaufenen Sommereiweisserbsen auf Blattrandkäferfrass an den Blättern kontrollieren.
- Die Sommereiweisserbsen sind aufgelaufen und sollten nun auf den Blattrandkäfer kontrolliert werden. Die Wintereiweisserbsen sind nicht mehr im empfindlichen Stadium.
- Der Blattrandkäfer macht halbkreisförmigen Lochfrass am Blattrand und ist daher gut zu erkennen.
- Der Blattrandkäfer hat eine Bekämpfungsschwelle von durchschnittlich 5-10 Frassstellen pro Blatt.
- Das Hauptproblem ist nicht der Blattfrass des Käfers sondern die Larven. Die Larven schädigen die Knöllchenbakterien und minimieren somit die N-Fixierung der Eiweisserbsen.
- Dieser Verlust kann bei wenig Befall mit einer geringen Stickstoffgabe vermindert werden, weshalb der Einsatz eines Insektizids kaum notwendig ist.
- Ist der Befall stark, kann eine Behandlung in Betracht gezogen werden. Diese ist sonderbewilligungspflichtig. Eine Sonderbewilligung dafür kann im GELAN beantragt werden.
Gerste

An einigen Standorten hat der Blattfleckendruck aufgrund des wüchsigen Wetters bereits wieder etwas abgenommen.
- Der Grossteil der Gerste befindet sich im 1- bis 2-Knotenstadium (12 Parzellen). Drei Parzellen im Beobachtungsnetz beginnen erst mit dem Schossen.
- Auch diese Woche wurde die Bekämpfungsschwelle für Blattflecken an 10 von 15 Standorten erreicht (siehe Grafik). Mehltau wurde keiner und Zwergrost nur selten gefunden.
- Das warme und trockene Wetter sorgt dafür, dass die Gerste den Blattflecken aktuell davonwachsen kann.
- Auf das Wochenende hin sind wieder Regen und kältere Temperaturen angesagt, was eine Weiterentwicklung der Blattflecken begünstigen kann.
- Für eine gute Einschätzung der Blattkrankheiten sollten die eigenen Bestände auf Pilzkrankheiten kontrolliert werden. Dazu werden über die Felddiagonale an 10 Stellen je 2 Halme gesammelt und jeweils die obersten drei Blätter auf Pilzkrankheiten untersucht (= insgesamt 60 Blätter).
- Bekämpfungsschwellen:
- Blattflecken (Netz- und Spitzflecken): 15-25 % befallene Blätter
- Mehltau: 25-50 % befallene Blätter
- Zwergrost: mehr als 30 % befallene Blätter
1-Fungizidstrategie
- Im Getreide ist die 1-Fungizid-Strategie wirtschaftlich oft am sinnvollsten.
- In Versuchen über mehrere Jahre wurden zwischen der 1- und der 2-Fungizid-Strategie nur kleine Ertragsunterschiede beobachtet. Jedoch war der Deckungsbeitrag bei der 1-Fungizidstrategie logischerweise höher.
- Grundsätzlich sollte bei der 1-Fungizid-Strategie das Fahnenblatt geschützt werden, sofern der Krankheitsdruck bis zum Erscheinen des Fahnenblatts (Stadium 37) tolerierbar ist. Mit dieser einzigen Behandlung werden die aufgekommenen Pilzkulturen bekämpft und gleichzeitig das Fahnenblatt geschützt.
Weizen
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Der Weizen ist nun an den meisten Standorten Ende Bestockung oder Anfang Schossen.
- Der Weizen ist nun vielerorts Ende Bestockung oder Anfang Schossen.
- Falls die Herbizidbehandlung noch nicht erfolgt ist, kann diese noch bis ins 2-Knotenstadium gemacht werden.
- Wachstumsregulatoren werden je nach Produkt idealerweise ab Ende Bestockung bis ins 2-Knotenstadium eingesetzt.
- Chlorquemat-haltige Halmverkürzer (CCC, Cycocel Extra, Stabilan) werden spätestens im Stadium BBCH 30 eingesetzt, also bis Beginn des Schossens.
- Ab dem 1-Knoten-Stadium stehen Trinexapac-ethyl-haltige Mittel (Moddus, Metro Class, Milo, Moxa) oder Medax zur Verfügung. Diese Halmverkürzer dürfen nicht mit Herbiziden gemischt werden. Zudem muss das Wetter wüchsig sein, damit sie wirken.
- Bei Wind und Temperaturschwankungen über 15 Grad nicht anwenden.
Raps

Etwa die Hälfte der Rapsfelder hat bereits angefangen zu blühen.
- Das warme Wetter über Ostern hat dem Raps einen Schub gegeben, sodass inzwischen etwa die Hälfte der Felder bereits erste offene Blüten haben.
- Blüht der Raps, richten die Rapsglanzkäfer an den noch geschlossenen Knospen keinen Schaden mehr an, da sie nun den Pollen und Nektar direkt an den offenen Blüten finden. Solche Bestände müssen und dürfen nicht mehr behandelt werden.
- Blüht der Raps noch nicht, sollten die Glanzkäfer auf den Pflanzen weiterhin überwacht und unter Berücksichtigung der Bekämpfungsschwelle behandelt werden.
- Aus Imagegründen sollte in die Blüte auch sonst keine Behandlung gemacht werden. Muss der Rapskrebs bekämpft werden, stehen Fungizide zur Verfügung, die bereits ab Stadium 57 eingesetzt werden können.
Rapsglanzkäfer
- Die wärmeren Temperaturen seit letztem Donnerstag und über das Osterwochenende haben auch die Aktivität des Glanzkäfers wieder etwas gefördert, wie die Gelbschalenfänge zeigen (siehe Grafik).
- Beobachtungsnetz
- In etwa der Hälfte der Beobachtungsetzparzellen befindet sich der Raps aktuell noch im empfindlichen Stadium. Bei der anderen Hälfte sind bereits die ersten Blüten sichtbar und eine Behandlung ist nicht mehr nötig.
- Pro Pflanze wurden diese Woche zwischen 2 und 12.5 Käfer ausgezählt. An einigen Standorten wurde eine erste und an anderen Standorten eine zweite Behandlung durchgeführt (siehe Grafik), viele Bestände sind aber bis jetzt ohne Glanzkäferbehandlung durchgekommen.

An einigen Standorten hat die Aktivität des Glanzkäfers wieder leicht zugenommen, aber an etwa der Hälfte der Standorte ist wegen den ersten offenen Blüten keine Bekämpfung mehr nötig.

Es wurden 5x10 Pflanzen pro Standort kontrolliert und die Anzahl Glanzkäfer pro Pflanze ausgerechnet. Am Osterwochenende wurde die Bekämpfungsschwelle vereinzelt (wieder) erreicht. * = einmal behandelt, ** = zweimal behandelt.
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