Aktuelles vom 20. Mai 2026
Aktuelle Informationen, Beobachtungen und Empfehlungen der Fachstelle Pflanzenschutz.
Sonderbewilligungen über Pfingsten

- Samstag, 23. Mai: Anträge, die bis um 11.00 Uhr eingegangen sind, werden am Samstag bearbeitet.
- Montag, 25. Mai: Es werden keine Sonderbewilligungsanträge bearbeitet.
- Wichtig: Die Bekämpfungsschwellen sowie alle relevanten Informationen zur Behandlung müssen vollständig vermerkt sein (z.B. Stadium, Stärke des Befalls). Beim Status der Sonderbewilligung muss «eingereicht» stehen, damit sie von der Fachstelle bearbeitet werden kann. Unvollständige oder unklare Anträge können erst am nächsten Arbeitstag nach Abklärungen bearbeitet werden.
Fachbewilligung Pflanzenschutz
- Für die Verwendung und den Kauf von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft braucht es ab 01. Januar 2027 eine digitale Fachbewilligung.
- Wenn noch nicht gemacht, hat man noch bis am 30. Juni Zeit, die digitale Fachbewilligung zu beantragen (Anleitung INFORAMA: Video | PDF).
- Anerkannte Abschlüsse sind: Lehre Landwirt/in EFZ, Meisterlandwirt/in, Agro-Techniker/in, Bachelor oder Master in Agronomie
- Nicht anerkannt: Nebenerwerbskurs, Agrarpraktiker/in, Bäuerinnenschule
- Falls Sie keinen anerkannten Abschluss haben, können Sie eine Prüfung ablegen (FaBe-PSM-Register - Identitas AG). Das INFORAMA bietet Vorbereitungskurse an: Kurse | INFORAMA
- Wichtig: Auch in folgenden Situationen ist eine Fachbewilligung nötig:
- Grünlandbetriebe brauchen eine Fachbewilligung, wenn Herbizide zur Einzelstockbehandlung verwendet werden (FaBe SB, Fachbewilligung für spezielle Bereiche)
- Biobetriebe benötigen eine Fachbewilligung, wenn Mittel vom Pflanzenschutzverzeichnis eingesetzt werden
- Bei Hofübergaben ist es, wenn man einen anerkannten Abschluss hat, sinnvoll, bereits jetzt die digitale Fachbewilligung zu beantragen, da sonst später eine Prüfung abgelegt werden muss.
Zuckerrüben

- Der Grossteil der Zuckerrüben befindet sich aktuell im 8-Blattstadium, es gibt aber auch Parzellen die weiter und solche die weniger weit entwickelt sind.
- Der Regen der letzten Tage und die prognostizierten warmen Temperaturen in den nächsten Tagen werden den Zuckerrüben einen weiteren Wachstumsschub verleihen.
Blattläuse

- Das kühle und nasse Wetter in der vergangenen Woche hat die Entwicklung und Aktivität der Blattläuse weiterhin gebremst. Gegen Ende diese Woche dürfte die Entwicklung mit den steigenden Temperaturen jedoch Fahrt aufnehmen.
- So wurden diese Woche ähnlich viele schwarze Blattläuse gefunden wie letzte Woche: der Befall lag bei durchschnittlich 9 %, in der Vorwoche bei etwa 8 %. Der Befall ist somit an allen Beobachtungsnetzstandorten weit unter der Bekämpfungsschwelle von 80 %. Teilweise können auch schon Nützlinge gefunden werden.
- Ab anfangs nächste Woche könnten die ersten Parzellen über das kritische Stadium hinausgewachsen sein, denn die Bekämpfungsschwelle gilt nur bis in’s 10-Blattstadium.
- Schwarze Blattläuse sind grau bis fast schwarz und treten häufig in dichten Kolonien auf. Blattläuse können ungeflügelt und geflügelt vorkommen.
- Grundsätzlich hilft das Fördern von Nützlingen, z.B. mit Blühstreifen gegen Blattlaus-Befall..
- Bekämpfungsschwellen Schwarze Blattlaus:
- 4-Blattstadium: 50 % befallene Pflanzen
- 6- bis 10-Blattstadium: 80 % befallene Pflanzen
- Für die Bekämpfung der Schwarzen Blattläuse können nach Erreichen der Bekämpfungsschwelle die Mittel Pirimor oder Pirimicarb genutzt werden. Diese Mittel sind nicht sonderbewilligungspflichtig.
Vorinformation Bekämpfung Grüne Pfirsichblattlaus und Rübenrüssler

- Die Grüne Pfirsichblattlaus ist deutlich gefährlicher für die Zuckerrüben aufgrund der Übertragung der virösen Vergilbung. Die Ungeflügelten sind hellgrün bis blassrosa. Die Geflügelten sind dunkel. Beide Varianten können nur mittels Mikroskop eindeutig bestimmt werden. Ihre Überwachung erfolgt deshalb durch die kantonalen Pflanzenschutzdienste und die Fachstelle für Zuckerrübenbau.
- Die Fachstelle hat das Monitoring für die Grüne Pfirsichblattlaus vor zwei Wochen gestartet. Dabei wurde die Bekämpfungsschwelle noch nirgendwo in den Kantonen Bern und Solothurn erreicht. Sobald die Bekämpfungsschwelle von 5% erreicht ist, wird dies von der Fachstelle Pflanzenschutz und der Fachstelle Zuckerrüben kommuniziert.
- Behandlungsstrategie 2026:
1. Behandlung mit Teppeki oder Movento SC (sobald durch Fachstelle Pflanzenschutz freigegeben und kommuniziert)
Teppeki: bis 3 Wochen Wirkungsdauer, eine Behandlung pro Jahr, ohne Sonderbewilligung
Movento SC: ca. 2 Wochen Wirkungsdauer, eine Behandlung pro Jahr, Notfallzulassung, ohne Sonderbewilligung
2. Behandlung mit Movento SC oder Teppeki
3. Behandlung mit Acetamiprid falls nötig (Notfallzulassung, mit Sonderbewilligung); wenn bereits bei der 1. oder 2. Behandlung Rübenrüssler gefunden werden sollten, kann die Behandlung mit Acetamiprid vorgezogen werden (ABER: nur eine Behandlung pro Jahr), 10 Tage Wirkungsdauer.
Rübenrüssler
- Die Fachstelle Pflanzenschutz führt auch dieses Jahr ein Monitoring des Rübenrüsslers im Kanton Bern durch.
- Diese Woche wurden noch keine Rübenrüssler oder Einstiche im Beobachtungsnetz gefunden.
- Ab diesem Jahr ist es möglich, eine Behandlung mit einem Acetamiprid-haltigen Mittel gegen den Rübenrüssler durchzuführen. Das BLV hat die entsprechende Notfallzulassung erteilt, es ist jedoch vor der Behandlung eine Sonderbewilligung bei der Fachstelle Pflanzenschutz einzuholen. Siehe auch «Behandlungsstrategie 2026» im Abschnitt «Vorinformation Bekämpfung Grüne Pfirsichblattlaus und Rübenrüssler».
Pseudomonas-Blattflecken
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- In einigen Feldern können aktuell Pseudomonas-Blattflecken beobachtet werden, diese sind nicht mit Cercospora-Blattflecken zu verwechseln.
- Pseudomonas-Blattflecken werden durch kühle und feuchte Witterung wie wir sie in den letzten Wochen hatten begünstigt. Die kommende Schönwetterperiode wird die Weiterverbreitung stoppen.
- Die Blattflecken sind unregelmässig in ihrer Form und Grösse. Sie sind häufig entlang von Blattadern und am Blattrand zu finden. Das Zentrum ist hell und die Umrandung dunkelbraun bis schwarz.
- Eine Bekämpfung ist nicht nötig.
Kartoffeln
- Die Kartoffeln befinden sich an den meisten Standorten in der Blattentwicklung.
Kraut- und Knollenfäule

- Die Infektionsbedingungen für Krautfäule waren aufgrund der Witterung gegeben, es wurde aber Stand 20. Mai 2026 noch kein Befallsherd gemeldet (siehe Grafik) und auch keine Krautfäule im Beobachtungsnetz gefunden.
- Sollten die kommenden Mörgen taufeucht sein, sind die Infektionsbedingungen wiederum gegeben.
- Abgedeckte Frühkartoffeln und auflaufende Kartoffeln sollten sorgfältig und regelmässig auf Krautfäule kontrolliert werden.
- Erstbefälle bitte umgehend an PhytoPRE (058 469 72 39 oder auf phytopre.ch) oder an die Fachstelle Pflanzenschutz (pflanzenschutz@be.ch) melden, sodass Kartoffelproduzentinnen und -produzenten im Umkreis frühzeitig informiert werden können.

Kartoffelkäfer
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- Vereinzelt fliegen die allerersten Kartoffelkäfer in die Parzellen ein, teilweise können auch Eigelege gefunden werden.
- Zum Zeitpunkt des Einflugs des adulten Käfers ist es noch viel zu früh zu behandeln. Kontrollen zum Erreichen der Bekämpfungsschwelle sind erst nötig, wenn Larven vorhanden sind.
- Die Entwicklung und Frassaktivität der Larven wird ab 25 °C gefördert – die aktuell tiefen Temperaturen hemmen die Entwicklung entsprechend.
- Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 30 % befallenen Pflanzen mit Larven und/oder 1 grösserer Herd pro Are (10 x 5 Pflanzen kontrollieren).
Weizen
Blattkrankheiten

- Ein Teil der Parzellen hat die Ähre bereits 20 % (DC 51) oder mehr geschoben. Die restlichen Standorte befinden sich in den 40-er Stadien (Ährenschwellen).
- Seit letzter Woche ist der Befall mit Septoria tendenziell etwas gestiegen (siehe Grafik). Dies gilt sowohl für das 4. oberste Blatt, wie auch für die ersten drei Blätter.
- Die kommenden heissen Tage sollten weiteren Septoria-Befall bremsen.
- Typische Symptome von Septoria sind ovale, gelbgrüne chlorotische Flecken. Mit der Zeit erkennt man innerhalb der Blattflecken schwarze Punkte (Fruchtkörper des Pilzes).
- Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 20 % der Blätter mit Befall, dazu werden idealerweise 100 Halme über das Feld verteilt ausgezählt. Ausschlaggebend ist dabei das 4. oberste Blatt.
- Rost und Mehltau wurden auch diese Woche nicht gefunden.
Ährenfusariose
- Ähren sind während der Blüte am anfälligsten für Fusarien. Folgende Faktoren sind für das Befallsrisiko zu berücksichtigen:
- Vorfrucht Mais
- Nicht-wendende Bodenbearbeitung
- Feuchtwarme Witterung zur Blüte (schon ab 20°C)
- Sorten-Anfälligkeit
- Unter www.fusaprog.ch kann das witterungsbedingte Infektionsrisiko nachgeschaut und das parzellenspezifische Risiko abgefragt werden.
- Zu erkennen ist die Krankheit zwei bis drei Wochen nach der Infektion am Erbleichen der Ähren. Zur Erntezeit sieht man auf befallenen Ähren dann häufig Schwärzepilze.
- Die Ährenbehandlung gegen Fusarium sollte während der Blütezeit des Getreides erfolgen, da die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt am anfälligsten für eine Infektion sind.
- Pflanzenschutzmittel gegen Ährenfusarien sind in der Regel bis Ende der Blüte erlaubt, ausser Pandorra und Ascra Xpro, welche nur bis Beginn der Blüte einsetzbar sind.
Getreidehähnchen

- Die Getreidehähnchen überwintern als Käfer im Boden an Waldrändern oder in Hecken. Im Frühling verlassen sie die Winterquartiere und legen nach ihrem Reifungsfrass ihre Eier auf dem Weizen (oder andere Getreidearten) ab.
- Im Beobachtungsnetz wurden ausgewachsene Käfer, Larven und Eier des Getreidehähnchens gefunden. Die Larven verursachen dann durch ihren Fensterfrass Schaden an den Blättern. Der Befall bewegt sich jedoch auf tiefem Niveau und die Bekämpfungsschwelle wurde nirgends erreicht.
- Es braucht relativ viele Larven, damit sich eine Bekämpfung überhaupt lohnt. Bekämpfungsschwelle Getreidehähnchen:
- Ab voll entwickeltem Fahnenblatt (DC 39-50): 2 Larven pro Halm
- Ab Erscheinen der Ähre (DC 51): 2 Larven pro Fahnenblatt
Erbsenwickler

- Diese Woche wurden am Beobachtungsnetzstandort in Belp 7 Erbsenwickler ausgezählt, an den anderen Standorten keine. In Belp wurden somit insgesamt 10 Erbsenwickler gefangen, was weit unter der Bekämpfungsschwelle von aufgerechnet 100 Fängen ist. An den anderen Standorten waren es weniger (siehe Grafik).
- Der Schadfalter Erbsenwickler legt seine Eier auf blühenden Erbsen ab. Deshalb kommt jetzt der Zeitpunkt die Pheromonfallen zur Überwachung des Erbsenwicklers zu platzieren (nur falls eine allfällige Spritzung auch möglich ist, also wenn z.B. nicht IP-Suisse oder PSM-Verzicht angemeldet ist).
- Der Pheromondispenser reicht für 4-6 Wochen, deckt also in der Regel die Blütezeit gut ab, eine Erneuerung ist nicht nötig.
- Die Pheromonfalle wird direkt über dem Bestand montiert und einmal wöchentlich überprüft.
- Eine allfällige Behandlung des Erbsenwicklers bei Erreichung der Bekämpfungsschwelle (>100 Fänge auf Pheromonfalle von Flugbeginn bis Beginn Hülsenfüllung) erfordert in jedem Fall eine Sonderbewilligung bei der Fachstelle Pflanzenschutz, da nur Pyrethroide zugelassen sind.
Berufkraut
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- Die invasive ein- oder zweijährige Pflanze ist draussen im vegetativen Zustand bereits anzutreffen und steht kurz vor der Blüte (ab Juni). Es ist wichtig die Pflanze zu bekämpfen bevor sie Samen bildet, um somit eine massive Ausbreitung zu verhindern.
- Die Ausbreitung des Berufkrauts führt zu ökologischen Risiken für einheimische Pflanzen und kann in der Landwirtschaft die Futterqualität erheblich reduzieren.
- Gefährdet sind lückige Bestände wie sie z.B. in Buntbrachen und Altgrasstreifen von extensiven Wiesen vorkommen können oder auch in der Vegetation entlang von Fliessgewässern.
- Erkennungsmerkmale:
Blätter sind hellgrün, beidseitig behaart und leicht gelappt,
Stängel ist behaart und oben meist verzweigt
Blütenstand ähnlich einem Gänseblümchen. - Gemäss Direktzahlungsverordnung sind Bewirtschafter verpflichtet, das Berufkraut bzw. allgemein Unkräuter an der Verbreitung zu hindern. Bei Nichteinhalten kann es unter Umständen zu Kürzungen der Direktzahlungen bis zum Ausschluss der Fläche aus der LN kommen. Dies betrifft jedoch nur Flächen, welche stark verunkrautet sind.
- Bekämpfung:
- Einzelbestände sollten von Hand ausgerissen werden, unbedingt auch Wachstumszentrum direkt unter der Oberfläche entfernen.
- Grosse Bestände können gemäht werden, in dem von aussen her in Richtung Kernzzone gemäht wird. Das Mähen kann das Weiterverbreiten unterbinden, aber nicht die vorhandene Population reduzieren.
- Pflanzen mit Blüten, Samen oder Wurzeln unbedingt im brennbaren Kehricht entsorgen.
- Vorbeugung:
- Lücken rasch mit einheimischen und standortgerechten Arten neu einsäen.
- Vegetationsflächen kontrollieren und sofortiges ausreissen bei Einzelpflanzen.
- Weitere Infos sind in den Bekämpfungsempfehlungen von Cercle Exotique zu finden.
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