Die Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) ist eine hochansteckende Viruskrankheit bei Rindern. Sie kann Fieber, Appetitlosigkeit, Knoten auf der Haut und eine sinkende Milchleistung verursachen. Übertragen wird sie vor allem durch stechende Insekten (z. B. Fliegen und Mücken). Für Menschen ist die Lumpy-Skin-Krankheit nicht gefährlich.
In der Schweiz wurde bisher kein Fall der Lumpy-Skin-Krankheit festgestellt. In Europa, insbesondere in Frankreich, gibt es weiterhin Ausbrüche. Damit die Krankheit nicht in die Schweiz eingeschleppt wird, sind Vorsicht beim Tierverkehr und Aufmerksamkeit jetzt besonders wichtig.
Aktuelle Situation
Informationen zur aktuellen Situation finden Sie hier:
Das Wichtigste auf einen Blick: Was ist zu tun?
1. Vorsicht beim Tierverkehr
- Verstellen von Rindern ist ein zentraler Risikofaktor für die Einschleppung.
- Halten Sie sich strikt an die geltenden Tierverkehrsvorschriften. Stellen Sie keine Tiere mit zweifelhafter Herkunft ein.
2. Seuchenverdacht sofort melden
- Beobachten Sie Ihre Tiere aufmerksam.
- Bei Verdacht: Keine Tiere verstellen und sofort die Bestandestierärztin / den Bestandestierarzt kontaktieren. Die Lumpy-Skin-Krankheit ist meldepflichtig.
Sömmerung in Frankreich 2026: Verbot für Rinder
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat entschieden:
- Die Sömmerung von Rindern in Frankreich ist für die Saison 2026 verboten.
- Grund: Das Risiko einer Einschleppung der Lumpy-Skin-Krankheit in die Schweiz ist erheblich.
- Betroffene Betriebe werden bei der Suche nach Sömmerungslösungen in der Schweiz unterstützt.
Welche Auswirkungen hätte ein Ausbruch der Lumpy-Skin-Krankheit in der Schweiz?
Auf einem betroffenen Betrieb führt die Lumpy-Skin-Krankheit zu kranken Tieren und nachhaltigen Leistungseinbussen. Die Tiere müssen getötet werden, damit sich das Virus nicht weiterverbreitet.
Zusätzlich wäre die ganze Branche betroffen: Die Folgen sind gravierende Exporteinschränkungen. Das wäre besonders einschneidend für die Milch und Käsebranche (Rohmilchkäse). Betroffen ist zudem der Handel mit lebenden Rindern, Zuchtmaterial (Sperma/Eizellen/Embryonen), Häuten und Fellen sowie tierischen Nebenprodukten.
Solche Einschränkungen können mehrere Jahre dauern, vor allem dann, wenn es nicht gelingt, die Krankheit mit einer sofortigen und entschiedenen Reaktion wieder auszurotten und die Seuchenfreiheit zu belegen.
Massnahmen im Seuchenfall
Wenn die Lumpy-Skin-Krankheit in der Schweiz ausbricht, ist das Ziel, sie so rasch als möglich wieder auszurotten. Die Seuchenbekämpfung setzt dazu auf drei zentrale Massnahmen:
- Virusquelle entfernen:
Im Ausbruchsbetrieb werden alle Rinder getötet. - Virusverschleppung verhindern:
Rund um den Ausbruch werden Zonen festgelegt:- Schutzzone (20 km)
- Überwachungszone (50 km)
In diesen Zonen gelten strenge Regeln für den Verkehr mit Tieren und tierischen Produkten, um die Virusverschleppung innerhalb und aus den Zonen zu verhindern.
- Virusvermehrung unterbinden:
Impfen als Schutzgürtel: In der Überwachungszone werden alle empfänglichen Tiere (Rinder, Büffel, Bisons) geimpft. Das schafft eine Schutzbarriere, damit sich das Virus nicht weiter ausbreiten kann.
Häufige Fragen
Grundlagen zu LSD
Übertragung & Einschleppungsrisiko
Symptome und Folgen
Das können Sie tun: Verdacht & Prävention
Massnahmen im Seuchenfall
Impfung, Produkte, Kosten & Entschädigung
Ziel der Massnahmen ist, die Einschleppung zu verhindern und im Fall einer Einschleppung den Ausbruch im Keim zu ersticken. Damit möglichst wenige Betriebe betroffen sind und Tierleid, Verluste, Zonen und Einschränkungen so klein und so kurz wie möglich bleiben.
Weitere Informationen
Häufige Fragen Lumpy-Skin-Krankheit, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
Verordnung über Massnahmen im Zusammenhang mit der Dermatitis nodularis (Lumpy Skin Disease), Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
Fachinformaton Ausschlussuntersuchung Lumpy Skin Disease, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
Empfehlungen zu den Schutzmassnahmen gegen die Vektoren von Dermatitis nodularis, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
Schutzmassnahmen im Handel mit der EU, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
Wöchentliche Ausbruchskarte, EU ADIS