Biodiversität und Landwirtschaft sind eng miteinander verknüpft. Die Landwirtschaft schafft und bietet Lebensräume und Nahrungsquellen für viele Arten. Die Biodiversität ihrerseits erfüllt wichtige Funktionen für die Landwirtschaft. Die Leistungen der Biodiversität können durch eine standortangepasste Landwirtschaft gestärkt oder durch eine zu intensive Landwirtschaft gefährdet werden.

Biodiversitätsbeiträge
Die Landwirtschaft prägt mit über einem Drittel der Flächennutzung die Arten- und Lebensraumvielfalt im Kanton Bern entscheidend. Damit sie ihren Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität leisten kann, werden Landwirtinnen und Landwirte mit Biodiversitäts- und Landschaftsqualitätsbeiträgen unterstützt und für ihre besonderen Leistungen entschädigt.
Biodiversität und Landwirtschaft profitieren voneinander
Landwirtinnen und Landwirte sind wichtig für die Biodiversität. Indem sie Felder und Wiesen passend zum Standort bewirtschaften und pflegen, helfen sie, die Vielfalt in der Natur zu erhalten. Ohne ihre Arbeit würden zum Beispiel blumenreiche Wiesen ohne Mähen oder Beweidung langsam zuwachsen und damit ihren ökologischen Wert verlieren.
Eine hohe Vielfalt an Arten und Lebensräumen stärkt nicht nur die Natur, sondern auch die Landwirtschaft selbst. Eine vielfältige Bodenflora und -fauna fördert die Bodenfruchtbarkeit, Nützlinge wie beispielsweise Schwebfliegen bekämpfen Schädlinge und Wildbienen bestäuben Kulturen. Zudem trägt eine höhere Lebensraum- und Artenvielfalt zu mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaveränderungen bei. Das sind alles wichtige Beiträge zur Nahrungsmittelproduktion.
Die Biodiversität steht aber unter starkem Druck. Aktuelle Studien des Bundes (Bsp. Zustand der Biodiversität in der Schweizer Agrarlandschaft, Agroscope) zeigen auf, dass insbesondere in den tiefer gelegenen Zonen ein ausgeprägtes Defizit der Biodiversität vorliegt.
Eine zukunftsfähige Landwirtschaft bringt Lebensmittelproduktion, Wirtschaftlichkeit und Schutz der Biodiversität in Einklang.

Wie Landwirtschaft die Biodiversität unterstützen kann
- Abwechslungsreiche Fruchtfolgen. Zwischenkulturen und Begrünung stärken den Boden.
- Hecken, Bäume, Blühstreifen und kleine Strukturen schaffen Lebensräume für Tiere.
- Artenreiche Wiesen und Feuchtgebiete bleiben nur durch gezielte Nutzung erhalten.
- Weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel schützen Lebensräume.
- Alte Nutzpflanzen und Tierrassen sichern die Vielfalt.
- Biodiversitätsförderflächen (BFF) dort anlegen, wo sie ökologisch am wirkungsvollsten sind. Pflege, Standortwahl und Artenzusammensetzung sind entscheidend.
- Beratung und Austausch bringen neue Ideen für mehr Natur auf dem Hof. Von Beratungen profitieren: Biodiversität, INFORAMA
Diese Massnahmen bringen nicht nur ökologische Vorteile – sie verbessern langfristig auch die Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe.






