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Lösungen zum Umgang mit dem Kormoran

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der brütenden Kormorane am Bieler- und Neuenburgersee gestiegen. Kormorane sind Prädatoren: Sie fressen etwa 400 Gramm Fisch pro Tag. So können sie insbesondere in den Fliessgewässern zu einer Bedrohung für gefährdete Fischarten werden – beispielsweise für Äschen, Forellen und Nasen.

Bestände im Sommer und Winter

2001 haben erstmals Kormorane im Kanton Bern gebrütet. Ihr Brutbestand hat sich an den Berner Gewässern in den letzten Jahrzehnten vergrössert. 300 bis 500 Kormorane überwintern an den Berner Gewässern. Im Sommer besteht der Bestand aus rund 3000 Brut- und Jungvögeln.

Abbildung: Brutpaare im Kanton Bern und am Neuenburgersee, Murtensee und Schiffenensee sowie Sommerbestand im Kanton Bern.

Die Auswirkungen auf die Fischerei

Auch die Berufsfischerei leidet unter der wachsenden Population. Kormorane entnehmen Fische aus den Netzen der Berufsfischer, verursachen Löcher in den Netzen oder picken Fische an, was diese unverkäuflich macht.

Legende zu den Abbildungen:
Im Bielersee entnimmt die Fischerei gewichtsmässig vier- bis sechsmal mehr Fische als die Kormorane. In der zu- und abfliessenden Aare entnehmen die Kormorane drei- bis vierzehnmal mehr Fische als die Fischerei.

Auftrag des Grossen Rates: Kormorane regulieren

2022 hat der Grosse Rat den Regierungsrat beauftragt, den Kormoranbestand mit geeigneten Massnahmen zu stabilisieren. Die Massnahmen sollen mit den Nachbarkantonen koordiniert werden.

Gestützt auf diesen Auftrag haben die kantonalen Fachstellen neue Lösungen für den Umgang mit dem Kormoran erarbeitet. Einerseits soll der Bestand auf einem Niveau stabilisiert werden, das eine nachhaltige Fischerei ermöglicht. Andererseits werden Massnahmen ergriffen, um bedrohte Fischarten und ihre Laichgebiete zu schützen und die Lebensräume aufzuwerten.

Kormoranmanagement

Der Kanton Bern hat dafür das Kormoranmanagement mit einem Zwölf-Punkte-Plan erarbeitet. Die Massnahmen gehen in vier Stossrichtungen:

  • Jagdliche Massnahmen zur räumlichen Lenkung der Kormoranprädation
  • Eingriffe in Brutkolonien
  • Anpassung der fischereilichen Vorschriften zum Schutz gefährdeter Fischarten / Massnahmen zugunsten der Berufsfischerei
  • Fortsetzung der Anstrengungen zur Wiederherstellung naturnaher Gewässer 

Zwölf-Punkte-Plan :

Die Massnahmen werden mit den Nachbarkantonen koordiniert und wissenschaftlich begleitet. Es wird eine Wirkungskontrolle durchgeführt.

Der Kormoran

Der Kormoran ist ein einheimischer Brutvogel. Die in der Schweiz vorkommenden Kormorane sind Teil der gesamteuropäischen Population, die in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat. Der Schweizer Bestand setzt sich aus Durchzüglern, Überwinternden, Übersommernden und Brutpaaren zusammen. Kormorane sind sehr mobil, sie wechseln häufig zwischen verschiedenen Gewässern.
Sie brüten im Kanton Bern hauptsächlich im Wasser- und Zugvogelreservat Fanel. Die Kolonie im Schutzgebiet am Hagneckdelta ist im Wachstum. Das erschwert das Kormoranmanagement, denn hier gelten strenge Schutzauflagen: Eingriffe sind nur in gut begründeten Ausnahmefällen möglich.
Der Kormoran ist eine jagdbare Art mit einer Schonzeit vom 1. März bis am 31. August.
Auf dem Bielersee dürfen Berufsfischer Vergrämungsabschüsse auch ausserhalb der Jagdzeit machen, wenn Kormorane bei den ausgelegten Fanggeräten jagen.

Häufige Fragen

Siehe Dokument: Häufige Fragen

Weitere Informationen

  • Synthesebericht, Kanton Bern

  • Motion «Nachhaltiger Umgang mit der Kormoranpopulation»

  • «Der Kormoran oder der Ruin der Berufsfischer auf dem Neuenburgersee», Grosser Rat des Kantons Freiburg

  • «La Commission intercantonale de la pêche dans le lac de Neuchâtel reconduit son soutien aux pêcheurs professionnels», Kanton Neuenburg (auf Französisch)

  • «Survie de la pêche professionnelle dans la région des Trois-Lacs», Kanton Waadt (auf Französisch)

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