Alle können einen Beitrag für mehr Biodiversität leisten, indem sie bestehende Grünflächen aufwerten und wertvolle neue Lebensräume schaffen. Ob auf dem eigenen Balkon, dem Firmenparkplatz oder an Strassenrändern - hier finden Sie nützliche Informationen dazu.
Gemeinden sind für den ökologischen Ausgleich im Siedlungsraum verantwortlich. Sie können die Biodiversität fördern, indem sie:
- gemeindeeigene Flächen aufwerten und naturnah pflegen (z.B. Plätze, Friedhöfe, Spielplätze, Parks),
- den Erhalt und die Aufwertung von Lebensräumen in ihren Planungen und Baureglementen festhalten,
- die Bevölkerung einbeziehen und durch Bildungsangebote oder Mitmachaktionen sensibilisieren.
HIlfestellungen und Ideen finden sich u.a. hier:
- Richtwerte und Qualitätskriterien für Biodiversität im Siedlungsraun, Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT): Messbare Grössen und Merkmale für die Biodiversität sowie Planungsinstrumente für planende oder beratende Akteurinnen und Akteure in kommunalen und kantonalen Verwaltungen, Bauprojekten sowie in Umwelt- und Raumplanungsbüros.
- Grünstadt Schweiz: Label für nachhaltiges Stadtgrün: Auszeichnung von Wohnorten, die sich ganz besonders für die Gestaltung und Pflege ihres Grüns einsetzen.
- Binding Preis für Biodiversität: Auszeichnung von wegweisenden, inspirierenden Projekten im Siedlungsraum, welche eine hohe biologische Vielfalt ermöglichen
Weitere Informationen
Nicht nur beim Neubau, sondern besonders auch bei der Sanierung und beim Unterhalt von Immobilien und deren Aussenräume besteht grosses Potenzial zur Förderung der Biodiversität.
Tools zur Bewertung und Förderung der Biodiversität bei Immobilien finden Investoren und Immobilienbewirtschaftende z.B. hier:
- Standard zur Förderung der Biodiversität bei Immobilien, Kanton Aargau: Der Kanton Aargau verfügt als einer der ersten Kantone über einen verbindlichen Standard zur Förderung der Biodiversität bei seinen Immobilien.
- SIA-Norm 2066:2025 (SNR 592066:2025): Merkblatt für Projektentwickelnde, private und institutionelle Bauherrschaften, Planende aus den Bereichen Architektur und Landschaftsarchitektur, weitere Fachspezialisten sowie Behörden.
- BioValuesTM: Biodiversität im Bauprojekt, siedlungsnatur: Unterstützung für die Bau- und Immobilienbranche, Biodiversität strukturiert in Projekte zu integrieren: Acht einfache Indikatoren zeigen auf, wie eine optimierte Planung natürliche Lebensräume und Strukturen erhalten oder neu schaffen kann.
- Toolbox SiedlungsnaturTM für Planende, Immobilienbewirtschaftende und Facility Management: Wissen und Werkzeuge zur Förderung der Biodiversität und der Klimaanpassung in Wohn- und Arbeitsumgebungen oder Begegnungs- und Bewegungsräumen.
Biodiversität lohnt sich auch aus wirtschaftlicher Sicht. Das zeigt eine Studie, die 2025 im Auftrag des BAFU durchgeführt wurde. Sie zeigt den den Mehrwert von Biodiversität für Immobilien auf.
Es lohnt sich für Unternehmen, die Natur zu fördern. Ein naturnah gestaltetes Umfeld steigert die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden. Zudem wirkt eine attraktive, grüne Umgebung als Visitenkarte für das Unternehmen – sowohl gegenüber Kundinnen und Kunden als auch für potenziell neue Mitarbeitende.
Unterstützung bei der Planung und beim Unterhalt
Lassen Sie Ihr Unternehmen auszeichnen
- Zertifizierung von Natur-Arealen, Stiftung Natur und Wissenschaft: Auszeichnung von vorbildlichen Arealen und Umgebungsplanungen in den Kategorien Unternehmen, Wohnen, Schule, Privatgärten und Kies. Regelmässige Rezertifizierungen zur Sicherung der ökologischen Qualität.
- Zertifizierter Ausgleich versiegelter Flächen, get nature positive: Zertifizierung von Immobilien, die ihre versiegelten Flächen vollständig ausgleichen oder welche zusätzlich auch ihre Grünflächen vor Ort ökologisch wertvoll gestalten.
Werden Sie mit Ihrem Team aktiv für mehr Biodiversitätät
- Corporate Volunteering, WWF Schweiz
- Freiwilligenarbeit bei Pro Natura, Pro Natura
- Corporate Volunteering für Firmen, Netzwerk Schweizer Pärke
- Freiwilligeneinsätze in der Natur für Firmen, naturnetz.ch
Beim Unterhalt und der Pflege von Gärten, Pärken, aber auch von Strassenböschungen und anderen Grünflächen können die Biodiversität gefördert und gleichzeitig die Nutzungsinteressen berücksichtigt sowie die Ressourcen geschont werden. Wie das geht, erfahren Sie hier:
- Richtlinie naturnahe Pflege der Grün- und Freiflächen, Baudirektion Kanton Zürich: Die Richtlinie stellt den Erhalt und die kontinuierliche Förderung der Biodiversität sowie den schonenden Umgang mit den Ressourcen durch eine naturnahe Pflege der Grün- und Freiflächen sicher. Dazu formuliert sie Anforderungen an die Bewirtschaftung.
- Praxishandbuch naturnahe Pflege, ZHAW / Grün Stadt Zürich: Das ökologische Potenzial für Biodiversitätsförderung und Ressourcenschonung ausschöpfen, während bedarfsgerechte Nutzungsmöglichkeiten und eine ansprechende Gestaltung gewährleistet bleiben.
- Handbuch ökologischer Unterhalt, Umsicht, Agentur für Umwelt & Kommunikation (Beispiel St. Gallen): Gestaltung und Unterhalt öffentlicher Grünflächen. Wie sich Effizienz beim Unterhalt und Biodiversität vereinen lassen.
- Naturmodule, jardin Suisse: Das Natur-Baukastensystem enthält einfach zu realisierende Bausteine, mit welchen die Biodiversität im Garten, auf dem Balkon oder dem Fenstersims gefördert werden kann. Zu jedem Baustein gibt es ein detailliertes Merkblatt.
Oft machen einfache Massnahmen einen grossen ökologischen Unterschied und verbessern gleichzeitig auch die Lebensqualität. Hier finden Sie Ideen und Hilfestellungen, wie Sie die Biodiversität an Ihrem Wohnort fördern können.
- Handlungskompass, Aufleben I Verein «Biodiversität. Jetzt!»: Vielfältige Ideen, wie jede und jeder im Kleinen wie im Grossen zur Biodiversität beitragen kann.
- Trittstein-Designer, Aufleben I Verein «Biodiversität. Jetzt!»: Ob Blumentopf oder Parkplatz: überall lässt sich etwas für die Biodiversität tun. Der Trittstein-Designer hält für jede Situation praktische Tipps zur Förderung der Biodiversität bereit.
- Bee-Finder, IG Wilde Biene: Förderung von Nistplätzen und Schaffung eines vielfältigen Blütenangebotes – ganz spezifisch für die Arten, welche an Ihrem Wohnort vorkommen.
- Berner Praxishandbuch Biodiversität, Stadtgrün Bern: Umfassende Informationen und detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum naturnahen Garten / Balkon, zu Wiese, Wildhecke, Krautsaum, Ruderalfläche, unversiegelten Wegen und Plätzen, Bäumen, Teich, Tümpel und Sumpfbeet, Kleinstrukturen, Nisthilfen oder Fassaden- und Dachbegrünung.
- Der Klima-Garten, Bundesamt für Umwelt BAFU 2023: Vielfältige und konkrete Tipps und Ideen für die Förderung der Biodiversität und die Verbesserung des Klimas rund um Haus und Wohnung.
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