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ÖI im Siedlungsraum: Planung und Umsetzung auf kommunaler Ebene

Die ökologische Infrastruktur (ÖI) umfasst ökologisch unterschiedlichste miteinander vernetzte Lebensräume. Die kantonale Fachplanung Ökologische Infrastruktur (ÖIBE) deckt vor allem die offene Landschaft ab. Das kleinräumige Lebensraummosaik im bebauten Gebiet weist andere Rahmenbedingungen auf. Die ÖI im Siedlungsraum muss deshalb auf lokaler Ebene präzisiert und ergänzt werden.

Rahmenplanung ÖI für den Siedlungsraum

Die Rahmenplanung ÖI legt fest, wie die detaillierte Planung der Siedlungsökologie in Gemeinden angegangen werden kann. Im Auftrag der Kantone Bern, Aargau und Zürich wurde im Rahmen des Innovationsprojekts ÖIM ein Arbeitsvorschlag entwickelt. Dieser zeigt auf, wie die Detailplanung für den Siedlungsraum an zentrale Bereiche der kantonalen Planung anknüpfen kann. Die Rahmenplanung identifiziert Kern- und Vernetzungsgebiete, Potenzialräume und Massnahmengebiete. Sie formuliert Zielwerte und legt die nächsten Schritte für die Planung und die Umsetzung fest.

Vorschlag Rahmenplanung ÖI im Siedlungsraum

Praxishilfe für ÖI in den Gemeinden

Für die Umsetzung der Rahmenplanung und die detaillierte Planung der Siedlungsökologie bietet das Innovationsprojekt ÖIM eine Praxishilfe an. Diese richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Gemeinden und hilft bei der Konzeption einer ökologischen Infrastruktur im Siedlungsraum. Auf Basis vorhandener Daten und von lokalem Wissen kann ohne grossen Aufwand ein Zielbild für die ÖI in der Gemeinde erstellt werden. Dieses dient als Grundlage für die Ausrichtung der Siedlungsentwicklung (z.B. in Raumentwicklungskozepten, der kommunalen Richtplanung und der Ortsplanung). Auf dieser Basis können verbindliche Vorgaben für die Eigentümerschaft (z.B. in Bau- und Zonenordnungen) formuliert werden.

Praxishilfe zur Konzeption und Umsetzung der ÖI

Pilotprojekt in der Gemeinde Muri bei Bern

Die Gemeinde Muri bei Bern hat als Pilotgemeinde des Projekts ÖIM die ökologische Infrastruktur auf kommunaler Ebene entwickelt. Anhand des Landschaftsrichtplans, des Zonenplans sowie des Baureglements hat die Gemeinde Achsen zwischen Trocken-, Feucht- und Mosaiklebensräumen festgelegt und Massnahmen zur Vernetzung dieser Lebensräume definiert.

Ökologische Infrastruktur in Muri bei Bern

Richt- und Nutzungsplanung

Gemeinden spielen eine Schlüsselrolle beim Schutz und der Förderung der Biodiversität, indem sie die Instrumente der Richt- und Nutzungsplanung gezielt einsetzen. Diese Planungsinstrumente ermöglichen es, den natürlichen Lebensraum zu bewahren und aufzuwerten, ökologische Vernetzungen zu schaffen und nachhaltige Nutzungen zu fördern.

Die kommunale Richtplanung (z.B. kommunaler Richtplan Landschaft) legt dabei die grundlegenden Ziele sowie die Massnahmen fest. Sie ist verbindlich für die Siedlungsentwicklung und sorgt dafür, dass ökologische Belange dabei berücksichtigt werden.

In der Nutzungsplanung wird konkretisiert, wie Flächen unter Berücksichtigung von Biodiversitätszielen genutzt werden können. Dies umfasst Massnahmen wie etwa die Festlegung des Anteils ökologischer Ausgleichsflächen, die Verwendung und Förderung von heimischen Pflanzenarten, der naturnahe Unterhalt von Grünräumen, Baumpflanzungen oder die Anlage von Versickerungs- und Wasserrückhalteflächen. Die Nutzung wird so gestaltet, dass die Biodiversität erhalten bleibt und zugleich eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht wird.

Kantone und Gemeinden haben den gesetzlichen Auftrag, den ökologischen Ausgleich im Siedlungsraum umzusetzen. Der Bund hat Musterbaureglemente erstellen lassen, die zeigen, wie die Aufwertung und Vernetzung von Lebensräumen in die Ortsplanung integriert werden können. Sie dienen als Arbeitshilfe, um bau- und planungsrechtliche Vorschriften zu formulieren und umzusetzen sowie die Biodiversität in der Planung und bei der Beurteilung und Bewilligung von Bauprojekten zu berücksichtigen.

Weitere Informationen

  • ÖKologische Infrastruktur Kanton Bern

  • Biodiversität und Landschaftsqualität in Agglomerationen fördern, EBP 2024

  • Überprüfung der Umsetzung des Bundesrechts im Bereich Biodiversität und Landschaftsqualität in Agglomerationen, ZHAW 2022

  • Potenzial von Gebäuden für Biodiversität und Landschaftsqualität in Agglomerationen, ZHAW 2022

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