Hitze und Trockenheit hinterlassen im Berner Wald Spuren. Viele Bäume verfärben ihre Blätter oder werfen sie bereits ab. Dürre Äste und abgestorbene Kronenteile sind sichtbare Zeichen des Hitzesommers. Was bedeutet das für den Zustand des Walds und worauf ist bei einem Waldbesuch zu achten?
Was passiert aktuell im Berner Wald?

Im Kanton Bern herrscht extreme Trockenheit. Viele Bäume reagieren auf den Trockenstress, indem sie ihre Blätter verfärben und teilweise vorzeitig abwerfen. Damit senken sie ihren Wasserbedarf kurzfristig und schützen sich.
Aufgrund der Trockenheit können Bäume einzelne Äste oder ganze Kronenteile nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgen. In solchen Fällen sterben Baumteile oder ganze Bäume ab.
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Aktuelle Waldbrandgefahr im Kanton Bern
Wie gross sind die Schäden?
Das lässt sich heute noch nicht abschliessend beurteilen. Das Absterben von Ästen, Kronenteilen oder ganzen Bäumen kann sich über mehrere Jahre hinziehen. Das tatsächliche Ausmass der Schäden wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
Welche Rolle spielen Schädlinge?
Mit den hohen Temperaturen können sich Schadinsekten wie der Borkenkäfer (Buchdrucker, Kupferstecher) schneller entwickeln. In tieferen Lagen könnte sich eine zusätzliche Generation des Buchdruckers entwickeln. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Schädlinge steigen wird.
Bäume mit Trockenstress sind anfälliger für Schadinsekten. Die Kombination aus zusätzlichen Schädlingen und geschwächter Abwehrkraft wird voraussichtlich dazu führen, dass käferbedingte Schäden insbesondere an Fichten mittel- und längerfristig zunehmen.
Was bedeutet der Klimawandel für den Wald?
Mit dem Klimawandel werden Hitze- und Trockenheitsperioden häufiger auftreten. Umso wichtiger sind Massnahmen, mit denen die Widerstandsfähigkeit des Waldes erhöht wird. Solche Massnahmen werden bereits seit einigen Jahren umgesetzt.
Ist der Aufenthalt im Wald gefährlich?
Der Wald ist ein natürliches Ökosystem. Dürre Äste und Kronenteile können herunterfallen oder geschädigte Bäume umstürzen.
Beim Aufenthalt im Wald gilt die Eigenverantwortung. In der aktuellen Situation ist erhöhte Vorsicht angebracht – besonders bei windigen Verhältnissen.
Worauf sollte ich im Wald achten?
Seien Sie aufmerksam und rechnen Sie damit, dass Äste oder Kronenteile herunterfallen könnten. Besondere Vorsicht ist in Bereichen mit sichtbar geschädigten oder absterbenden Bäumen geboten. Bei Wind ist immer erhöhte Vorsicht im Wald angezeigt.
Wer ist bei Spielplätzen, Feuerstellen oder stark genutzten Wanderwegen für die Sicherheit zuständig?
Spielplätze, fest installierte und bewilligte Feuerstellen und Wanderwege gehören einem Werkeigentümer, zum Beispiel einer Gemeinde. Sie kann zusätzliche Kontroll- und Sicherheitsmassnahmen anordnen. Sie kann beispielsweise Absperrungen machen. Wie oft und wie umfassend kontrolliert wird, hängt davon ab, wozu das Werk dient, wo es liegt und welche Bedeutung es hat. Die Massnahmen müssen angemessen und zumutbar sein.
Was geschieht bei einer akuten Gefährdung?
Ist die Sicherheit akut gefährdet, kann die zuständige Stelle gemeinsam mit der Waldeigentümerschaft Massnahmen anordnen und beispielsweise gefährliche Bäume fällen oder den Zugang zum Wald vorübergehend einschränken.
Wer berät Gemeinden und Waldeigentümer/innen?
Die zuständigen Revierförsterinnen und Revierförster beraten auf Anfrage Gemeinden, Werkeigentümerinnen und Werkeigentümer sowie Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer.
Sie können die Situation vor Ort gutachterlich einschätzen.